Holy WinterWonderLand- ein Tag Schnee

So jetzt lüfte ich das Geheimnis des letzten Beitrages. Die kalte Überraschung war ein Shabbat Tagesausflug zum Berg Hermon.

Der Berg Hermon liegt in Israel zwischen den Grenzen von Syrien und dem Libanon. Es ist der nördlichste Punkt Israels und somit auch  die kälteste Region. Er gehörte zu den von Israel okkupierten Golanhöhen und liegt etwa 2800 m über dem Meeresspiegel. Wenn man in Israel Schnee sehen will, kann man in der kalten Jahreszeit d.h. Dezember, Januar und Anfang Februar per Shuttle Bus eine Tour zum Berg machen. Dort befindet sich das einzige Skigebiet in ganz Israel und aus diesem Grund sind dort eine große Menge an Israelis und Touristen. Natürlich können wir uns nicht entgehen lassen von der Sonne direkt in den Schnee zu fahren und das in weniger als 4 Stunden. So habe ich mit Freunden beschlossen diesen Ausflug zu wagen.

Wir vier Mädels (Kathy, Hasi, Judith und ich) haben uns im Vorfeld einen Platz im Shuttle Bus für Samstag reserviert. Am Donnerstag, nach der Arbeit, war ich noch im Fitness, danach in der Sprachschule. Am Freitag nach der Arbeit (Stunden vorarbeiten für den Besuch meiner Freundin in einer Woche) Abend sind die drei Mädels aus Haifa bei mir eingetrudelt. Wir haben noch einen schönen Filmeabend gemeinsam verbracht und sind dann früh schlafen gegangen denn um 4:00 Uhr morgens mussten wir die Wohnung verlassen.

Als dann um 3:30 Uhr der Wecker klingelte, habe ich mir kurz gedacht ob es sich lohnt, mein Bettchen ist doch ganz schön warm und bequem, aber glücklicherweise bin ich aufgestanden und so auch die drei anderen. Wenig später haben wir uns vor dem nahe gelegenen Einkaufszentrum ein gefunden und auf den Shuttle Bus gewartet, dieser kam für israelische Verhältnisse fast sogar überpünktlich – nur 5 Minuten zu spät. Auf der Fahrt haben wir noch ein wenig geschlafen und sind erst aufgewacht als auf halber Strecke eine Rast Pause gemacht wurde.

Dazu muss ich noch sagen, dass ich die vermutlich schönste Tankstelle mit der besten Lage der Welt gesehen habe. Wunderschön!
Angekommen am Hermon waren wir sehr froh über die vielen Lagen Kleidung, die wir an hatten, denn während wir uns noch an der Tankstelle im Sonnenschein gesuhlt haben und Kaffee geschlürft haben wurden wir von peitschenden Sturm Böen, Regenschauern und eiskaltem Schnee unter den Füßen erwartet. Es war ein kurviges Auf und Ab zum Gipfel und ich habe immer einmal wieder um mein Leben gebangt, denn die israelischen Fahrverhältnisse passen nicht zu den dort existierenden schmalen, nennen wir es kleinen Straßen mitten durch die Berge. Vorbei an steilen Abhängen und an schroffen Steinwänden. Nicht durch Leitplanken geschützte Kurven kann man vorher nicht sehen und Gegenverkehr wird erst recht nicht beachtet. Trotzdem sind wir heil angekommen und waren mit Adrenalin geboosted, welches uns wenigstens ein bisschen gewärmt hat. Denn wir hatten alle nicht erwartet uns im Schnee wieder zu finden als wir zu Hause für das Auslandsjahr unsere Sachen gepackt haben.


So waren wir sehr froh über die vier Schichten Pullover und die Regenjacke. Unsere Beine wurden von drei Schichten Hosen zwei paar Socken und dicken Wanderstiefeln geschützt. Auch der Schal, das Halstuch und das Stirnband konnten nicht genug vor der eisigen Kälte des Winters schützen. Zunächst haben wir uns einmal alles angeschaut, denn auf den Berg hinauf konnten wir eh noch nicht, da eine nebelige Suppe behinderte, dass die Lifte für Ski und Fußgänger geöffnet werden.

Wir haben israelische und ausländische Kinder gesehen, die sich sehr über den Schnee freuten, Kinder die Schneemänner bauen, Kinder die rodeln, Kinder die einfach im Schnee sitzen und sich über das weiße Gold freuen. Ein schöner Anblick und den ein oder anderen Israeli hat man auch dabei erwischt, wie er versuchte Schnee in eine Tüte zu packen, um sie für seine Verwandten mit nach Hause zu nehmen. Schnee scheint etwas besonderes und deshalb Mangelware zu sein…können wir uns hier in Deutschland gar nicht vorstellen, nicht wahr? Wir haben uns dann in ein Café gesetzt um zu warten dass es aufreißt. Dann haben wir uns entschlossen zu versuchen auf den Berg per Fuß hoch zu kommen, da die Lifte ja nicht funktioniert zu haben, haben wir uns aufgemacht und sind den Weg gelaufen. Hasi und Judith haben nach etwa 1 Stunde umgedreht da ihre Schule komplett durchnässt waren und es ihnen zu kalt wurde doch Kati und ich wollten dem kalten Winden trotzen und sind weiter gewandert. Nach circa einer weiteren Stunde ist ein eisiger Schneesturm aufgekommen und wir mussten rückwärts laufen um unser Gesicht vor den Nadeln von Schnee zu schützen. So haben wir beschlossen um zu kehren da wir niemand weit und breit gesehen haben und auch der Weg verschneit war. Wir wollten uns ja nicht verlaufen. Das wäre eine Schlagzeile: “zwei deutsche freiwillige verschollen im Schneesturm in Israel“(; .


Nein danke lieber nicht! So haben wir uns auf den, etwas an unserem kräftezehrenden , Weg nach unten gemacht. Unten angekommen sind wir wieder auf die anderen gestoßen, die schon im warmen auf uns gewartet haben wir haben uns unter die Heizstrahler gesetzt und einen warmen Maiskolben in einer gemütlichen Berghütte gegessen. So und jetzt die Realität: das Verständnis der Israel ließ von einer gemütlichen heimeligen Berghütte ist etwas anderes als das der deutschen. Denn anstatt einer gemütlichen warmen durch Kamin Feuer beheizte Berghütte haben wir uns in einer ekligen und süffigen fast food Bude wieder gefunden, anstatt bequeme Holzstühle wurden wir Arm an Arm auf Plastik Stühle gepfärcht und haben unter flackernden Heizstrahler an unseren Kaffee aus Plastikbechern mit Plastiklöffel geschlurft und uns den Maiskolben aus der Tiefkühltruhe schmecken lassen. Aber auch dies konnte dem schönen Ausflug nicht abwärts, denn wir hatten es warm und wir hatten etwas zum trinken und wir hatten uns , das ist das wichtigste.

Nachdem wir wieder aufgewärmt waren haben wir uns wieder raus ins kalte gewagt, sind noch etwas gerodelt um 16:00 Uhr ist dann unser Shuttle Bus wieder zurück nach Tel Aviv gefahren.

Wie ein kleines Kind


Zum Glück waren alle rechtzeitig da, so dass wir ,für dieisraelische Verhältnisse pünktlich, um 16:15 Uhr das Skigebiet verlassen haben. Auf dem Rückweg mussten wir noch etwa eine viertel Stunde auf den Fahrer warten der sich an seiner täglichen Imbissbude sein Abendessen geholt hat…aber das machen wir doch gerne. Leider standen wir etwas im Stau so dass wir erst um 21:00 Uhr zu Hause waren.  Dort haben meine drei liebsten schon sehnsüchtig auf mich gewartet und ich habe mich so gefreut sie endlich wieder zu sehen, obwohl wir nicht mal mehr als zwei Tage getrennt waren. Dennoch haben wir uns laut kreischend in die Arme genommen. Wir haben noch einen gemütlichen Abend miteinander verbracht, Tee getrunken und wie immer sehr viel geredet, so dass wir mal wieder etwas spät ins Bett gegangen sind. Deshalb bin ich heute bei der Arbeit ein wenig müde.

Anstatt den Sandsturm in der Wüste habe ich gestern einen Schneesturm im Skigebiet erlebt. Israel ist einfach unfassbar so klein und doch so viel zu bieten. Von der sandigen trockenen sonnigen Wüste ins kalte eisige Skigebiet und das in nur 3 Stunden ein Wunder ich liebe es einfach.


Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Start in die Woche und hoffe dass eure Woche genauso sonnig wird wie meine. Am Freitag kommt dann die Isabel endlich – ich freue mich so. Diese Woche müssen wir, die Valerie und ich unsere Party vorbereiten.

Ich habe euch alle ganz arg lieb und vermisse euch. Ihr seid die besten! einen schönen und gemütlichen Sonntag wünsche ich euch allen! Küsschen *<3

euer Paulchen aus Israel, aus dem heute wieder sonnigen Tel Aviv! 

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paula@ohmle.de

Comments

Opa Wolfgang
Februar 2, 2020 at 9:43 pm

Toll – was Israel alles so bietet. Wir genießen deine Berichte und wünschen dir weiterhin eine gute und erlebnisreiche Zeit. Wenn dann am Freitag deine Freundin Isabel auftaucht, wird sicherlich allerhand los sein.
Dein Opa aus Dornstadt



Andrea
Februar 14, 2020 at 9:14 pm

Hey, große Nichte, du bist echt ’n verrücktes Huhn! 🙂
Wenn mich gerade jemand fragen würde, was die Definition von „carpe diem“ ist, dann würde ich ihm den Link zu deinem Blog schicken. Es macht so Spaß, ihn zu lesen.



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